| Zandelle
sind..George Tsalikis - Anthony Maglio - Joe "Jofu" Cardillo -
Rudolf Albert - Paul Duthil
Bei Zandelle war seit ihrem
letzten Release "Twilight of Humanity" ganz schön Leben in der
Bude. Schlagzeuger Bob Delmini und Gitarrist T.W. Durfy haben
die Band verlassen und Ersatz-Drummer Joe "Jofu" Cardillo durfte
sich längere Zeit auf Grund einer Handverletzung eine Auszeit
gönnen. Mit Paul La Place konnte man zunächst einen neuen
Gitarristen und Keyboarder rekrutieren, dieser ging aber auch
wieder seinen Weg und so arbeitet die Band aktuell als Quartett
weiter.
Musikalisch hat sich dafür umso weniger getan und angesichts der
Ehrlichkeit, mit der die Musik von Zandelle rüber kommt, fällt
es einigermaßen schwer von einer Stagnation oder gar von einem
Rückschritt zu sprechen. Es lässt sich aber auch nur schwer
leugnen. Dabei haben Zandelle nach wie vor einiges auf der
Haben-Seite zu verbuchen. Der genauso vom amerikanischen, wie
auch europäischen Traditionsstahl geprägte Metal kommt mit einer
famosen Spielfreude daher, überzeugt immer wieder mit
spielerischen Feinheiten und Neuzugang Cardillo brilliert mit
seinem ausgefeilten Spiel, mit der er der Musik viel Leben
einhaucht. Die episch angestrichenen Gesangsarrangements gehen
mit dem nach vorne preschenden Power-Metal der Truppe eine
stimmige Einheit ein und sowohl Gesang als auch Instrumentierung
liegen durchgängig auf einem hohen Niveau.
Mit "Blood Red Shores" steigt die Truppe schlagkräftig in das
Album ein - ein Song, der sofort ins Ohr geht und einen
ordentlich anpeitscht. Doch leider können Zandelle nicht
über die gesamte Länge von "Vengeance Rising" die Spannung
erhalten. Analysiert man jedes einzelne Stück für sich, so
stellt man immer wieder aufs neue fest: "das ist richtig guter
Stoff, der sich vor dem Material des Zandelle nicht
verstecken braucht". Doch über die gesamte Spielzeit gesehen,
flachen die Kompositionen zu oft ab. Auch nach vielen
Durchgängen wollen die Songs nicht greifen. Zwar hat man die
Lieder beim nächsten Hördurchlauf wieder recht schnell parat,
doch schon kurze Zeit, nachdem das Album den Player verlassen
hat, sucht man im Kopf vergebens nach den einschlägigen Melodien
und Songideen.
Eigentlich seltsam, denn griffige Momente und schöne Spielereien
bietet "Vengeance Rising" zuhauf. Für den humorigen Schluss des
9-Minuten-Epos "Necromancer" möchte man Zandelle geradezu
knutschen. Doch all das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass
die Truppe hier ein Komplettisten-Album veröffentlicht hat, mit
dem man vermutlich nicht allzu viele neue Fans für sich gewinnen
kann. Hier wäre definitiv mehr drin gewesen.
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